Pflegeversicherung für Selbständige

Selbständige unterliegen ebenso wie Arbeitnehmer der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht. Das bedeutet, sie müssen eine Pflegeversicherung abschließen. Da die Pflegekassen eng an die Krankenversicherer gekoppelt sind, bestimmt die Form der Krankenversicherung, ob der Selbständige privat oder gesetzlich pflegeversichert ist. Dessen ungeachtet gelten fast alle Regelungen der Pflegepflichtversicherung auch für Selbständige. Die private Pflegeversicherung wird unabhängig vom Berufsstand abgeschlossen, deshalb hat der Selbständige alle Wahlmöglichkeiten.

Die Krankenversicherung bestimmt die Pflegeversicherung

Selbständige haben grundsätzlich die Wahl, sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern oder einen privaten Versicherer zu wählen. Entscheiden sie sich für die gesetzliche Krankenkasse, wie zum Beispiel die Allgemeinen Ortskrankenkassen oder die Ersatzkassen, sind sie bei der dort angebundenen Pflegekasse pflichtversichert. Entscheiden sie sich dagegen für den Wechsel zur PKV, wird die Pflegepflichtversicherung in der Regel bei der dortigen Pflegekasse übernommen. Damit erhält der Selbständige wie auch ein Angestellter die Absicherung für Krankheits- und Pflegekosten aus einer Hand.

Gleicher Beitragssatz in der Pflegeversicherung

Gewerbetreibende oder Freiberufler zahlen für die Pflegevollversicherung den gleichen Beitragssatz wie Arbeitnehmer. Allerdings erhalten sie keinen Arbeitgeberzuschuss zu ihrer Pflichtversicherung. Alle Beiträge sind somit von dem Selbständigen selbst zu zahlen. Für kinderlose Versicherte wird auch bei selbständig Tätigen ein Zusatzbeitrag von 0,25 Prozent zum normalen Beitrag erhoben. Dieser zusätzliche Beitrag wurde aufgrund einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts erhoben. Das Bundesverfassungsgericht hatte festgestellt, dass Personen mit Kindern besser gestellt werden müssen, da sie aufgrund ihrer Entscheidung Nachwuchs zu bekommen, einen wichtigen Beitrag leisten, dass umlagefinanzierte Sozialversicherungssystem funktionsfähig zuhalten (Das Urteil mit der ausführlichen Begründung kann auf der Seite des Bundesverfassungsgericht eingesehen werden.). Aber auch der Umstand, dass die Pflege im Alter bei Kinderlosen mit einer größeren Wahrscheinlichkeit durch das Pflegesystem zu leisten sein wird, spielt sicher eine Rolle. Um die anstehenden finanziellen Belastungen schon frühzeitig abzufangen und um Kinderlose an den durch sie verursachten Kosten im Pflegefall zu beteiligen, hat der Gesetzgeber einen Zuschlag auf den gesetzlich festgelegten Beitragssatz zur Pflegeversicherung festgelegt (mehr dazu auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie).


Ergänzende Pflegeversicherung nötig

Die Leistungen der Pflegeversicherung bemessen sich auch für Selbständige nach dem festgestellten Pflegegrad. Somit ergibt sich für selbständig Tätige eine erhebliche Versorgungslücke im Fall einer Pflegebedürftigkeit. Da sich die Kosten für eine stationäre Pflege leicht auf rund 3.000 Euro im Monat belaufen können, die Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung aber mit knapp 1.600 Euro deutlich darunter liegen, muss die entstehende finanzielle Lücke anderweitig gedeckt werden. Dies gilt umso mehr, weil Selbständige in Abhängigkeit von ihrer beruflichen Laufbahn häufig nur eine recht überschaubare gesetzliche Rente erhalten und deshalb privat dafür sorgen müssen, dass sie in allen wichtigen Bereichen abgesichert sind. Die Vorsorge durch eine passende Versicherung muss sich unbedingt auch auf den Pflegefall erstrecken, um im Versicherungsfall eine umfassende Betreuung sicherstellen zu können.

Pflege-Bahr auch für Selbständige

Zur Ergänzung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung können Selbständige eine staatlich geförderte Pflege-Bahr abschließen. Anders als die geförderte Riester-Rente darf eine Pflege-Bahr auch von Selbständigen abgeschlossen werden, wenn sie das 18. Lebensjahr vollendet haben und wenn der Pflegefall noch nicht eingetreten ist. Durch eine Pflege-Bahr kann man dank der integrierten Förderung durch eine staatliche Zulage mit einem überschaubaren Eigenanteil eine ergänzende Pflegeversicherung aufbauen.

Umfassende Absicherung nur mit privater Vorsorge

Die Pflegepflichtversicherung sollte um eine private Versicherung ergänzt werden. Der Selbständige hat hier die freie Auswahl zwischen Tarifen die in Form von Pflegetagegeldern, Pflegerenten oder die Übernahme von anfallenden Pflegekosten leisten. Es gibt somit keine Einschränkungen bei der Auswahl, die durch seinen Berufsstand begründet wären. Die Höhe der Leistungen in den einzelnen Pflegegraden kann frei und nach dem persönlichen Bedarf vereinbart werden. Da das Angebot sehr vielfältig ist, sollten gerade Selbständige einen unabhängigen Versicherungsvergleich vornehmen und sich von einem Experten beraten lassen.

Wenn Sie eine kompetente Beratung wünschen, wenden Sie sich an unsere Experten. kontaktieren Sie uns gern per Telefon 030 – 120 82 82 8 oder über kontakt@transparent-beraten.de.